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Ethan Frome — Edith Wharton
Mittelstufe~198 Seiten

Ethan Frome

von Edith Wharton

Eine tragische Geschichte verbotener Liebe vor der winterlichen Kulisse Neuenglands. Diese zweisprachige Ausgabe von "Ethan Frome" von Edith Wharton nutzt unser Side-by-Side-Lesekonzept und macht anspruchsvolle Literatur für Sprachlernende deutlich zugänglicher. Du liest im Original und kannst die Übersetzung jederzeit direkt daneben vergleichen, ohne den Lesefluss zu verlieren.

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"I had the story, bit by bit, from various people."

"Ich bekam die Geschichte, Stück für Stück, von verschiedenen Leuten."

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Der Anfang von „Ethan Frome“ mit Absatz für Absatz ausgerichteter Übersetzung — genau so liest sich die vollständige Ausgabe.

Übersetzung:

Printed in the United States of America All rights reserved. No part of this bovk

Gedruckt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buvhs

may be reproduced in any form without the permission of Charles Scribner's Sons JUnit

darf ohne die Erlaubnis von Charles Scribner's Sons in irgendeiner Form vervielfältigt werden JUnit

I had known something of New England village life long before I made my home in the same county as my imaginary Starkfield; though, during the years spent there, certain of its aspects became much more familiar to me.

Ich hatte schon einiges vom Dorfleben Neuenglands gekannt, lange bevor ich mich in demselben County niederließ wie mein erdachtes Starkfield; doch während der dort verbrachten Jahre wurden mir gewisse seiner Aspekte weit vertrauter.

Even before that final initiation, however, I had had an uneasy sense that the New England of fiction bore littl—except a vague botanical and dialectical—resemblance to the harsh and beautiful land as I had seen if. Even the abundant enumeration of sweet-fern, asters and mountain-laurel, and the conscientious reproduction of the vernacular, left me with the feeling that the outcropping granite had in both cases been overlooked. I give the impression merely as a personal one; it accounts for “Ethan Frome,” and may, to some readers, in a measure justify it.

Schon vor jener endgültigen Einweihung jedoch hatte ich das unbehagliche Gefühl gehabt, dass das Neuengland der Dichtung – abgesehen von einer vagen botanischen und dialektalen – nur wenig Ähnlichkeit mit dem herben und schönen Land besaß, wie ich es gesehen hatte. Selbst die reichliche Aufzählung von Süßfarn, Astern und Berglorbeer und die gewissenhafte Wiedergabe der Mundart ließen mich mit dem Gefühl zurück, dass der zutage tretende Granit in beiden Fällen übersehen worden war. Ich gebe diesen Eindruck lediglich als einen persönlichen wieder; er erklärt „Ethan Frome“ und mag ihn manchem Leser gewissermaßen rechtfertigen.

So much for the origin of the story; there is nothing else of interest to say of it, except as concerns its construction.

Soviel zur Entstehung der Geschichte; es gibt nichts weiter Interessantes darüber zu sagen, außer was ihren Aufbau betrifft.

The problem before me, as I saw in the first flash, was this: I had to deal with a subject of which the dramatic climax, or rather the anti-climax, occurs a generation later than the first acts of the tragedy. This enforced lapse of time would seem to anyone persuaded—as I have always been—that every subject (in the novelist’s sense of the term) implicitly contains its own form and dimensions, to mark Ethan Frome as the subject for a novel. But I never thought this for a moment, for I had felt, at the same time, that the theme of my tale was not one on which many variations could be played. It must be treated as starkly and summarily as life had always presented itself to my protagonists; any attempt to elaborate and complicate their sentiments would necessarily have falsified the whole. They were, in truth, these figures, my granite outcroppings; but half-emerged from the soil, and scarcely more articulate.

Das Problem, vor dem ich stand, war, wie ich auf den ersten Blick erkannte, folgendes: Ich hatte es mit einem Stoff zu tun, dessen dramatischer Höhepunkt – oder vielmehr Antihöhepunkt – erst eine Generation nach den ersten Akten der Tragödie eintritt. Diese erzwungene Zeitspanne müsste jedem, der – wie ich es stets war – überzeugt ist, dass jeder Stoff (im Sinne des Romanciers) implizit seine eigene Form und Ausmaße in sich trägt, nahelegen, Ethan Frome als Stoff für einen Roman zu betrachten. Doch ich habe das keinen Augenblick lang geglaubt, denn ich hatte zugleich das Gefühl, dass das Thema meiner Erzählung keines war, über das sich viele Variationen spielen ließen. Es musste ebenso schroff und knapp behandelt werden, wie sich das Leben meinen Protagonisten stets dargeboten hatte; jeder Versuch, ihre Gefühle auszuschmücken und zu verkomplizieren, hätte notwendigerweise das Ganze verfälscht. Sie waren, in Wahrheit, diese Gestalten, meine zutage tretenden Granitblöcke; kaum halb aus dem Boden hervorgetreten und kaum artikulierter.

This incompatibility between subject and plan would perhaps have seemed to suggest that my “situation” was after all one to be rejected. Every novelist has been visited by the insinuating wraiths of false “good situations,” siren-subjects luring his cockle-shell to the rocks; their voice is oftenest heard, and their mirage-sea beheld, as he traverses the waterless desert which awaits him half-way through whatever work is actually in hand. I knew well enough what song those sirens sang, and had often tied myself to my dull job until they were out of hearing—perhaps carrying a lost masterpiece in their rainbow veils. But I had no such fear of them in the case of Ethan Frome. It was the first subject I had ever approached with full confidence in its value, for my own purpose, and a relative faith in my power to render at least a part of what I saw in it.

Diese Unvereinbarkeit von Stoff und Plan hätte vielleicht nahelegen können, dass meine „Situation“ letztlich eine war, die zu verwerfen sei. Jeden Romancier haben schon die einschmeichelnden Gespenster falscher „guter Situationen“ heimgesucht, Sirenenstoffe, die sein Nussschalenboot auf die Felsen locken; ihre Stimme hört man am häufigsten, und ihr Trugbildmeer erblickt man, wenn er die wasserlose Wüste durchquert, die ihn auf halbem Wege durch jedes Werk erwartet, das er gerade in Arbeit hat. Ich kannte das Lied jener Sirenen nur zu gut und hatte mich oft an meine öde Aufgabe gebunden, bis sie außer Hörweite waren – vielleicht ein verlorenes Meisterwerk in ihren regenbogenfarbenen Schleiern davontragend. Doch bei Ethan Frome hegte ich keine solche Furcht vor ihnen. Es war der erste Stoff, dem ich je mit vollem Vertrauen in seinen Wert für mein eigenes Vorhaben begegnet war, und mit einem relativen Glauben an meine Fähigkeit, wenigstens einen Teil dessen wiederzugeben, was ich in ihm sah.

Every novelist, again, who “intends upon” his art, has lit upon such subjects, and been fascinated by the difficulty of presenting them in the fullest relief, yet without an added ornament, or a trick of drapery or lighting. This was my task, if I were to tell the story of Ethan Frome; and my scheme of construction—which met with the immediate and unqualified disapproval of the few friends to whom I tentatively outlined it—I still think justified in the given case. It appears to me, indeed, that, while an air of artificiality is lent to a tale of complex and sophisticated people which the novelist causes to be guessed at and interpreted by any mere looker-on, there need be no such drawback if the looker-on is sophisticated, and the people he interprets are simple. If he is capable of seeing all around them, no violence is done to probability in allowing him to exercise this faculty; it is natural enough that he should act as the sympathizing intermediary between his rudimentary characters and the more complicated minds to whom he is trying to present them. But this is all self-evident, and needs explaining only to those who have never thought of fiction as an art of composition.

Auch jeder Romancier, der es mit seiner Kunst ernst meint, ist schon auf solche Stoffe gestoßen und war fasziniert von der Schwierigkeit, sie in vollstem Relief darzustellen, ohne dabei ein zusätzliches Ornament oder einen Trick der Drapierung oder Beleuchtung zu verwenden. Dies war meine Aufgabe, wenn ich die Geschichte von Ethan Frome erzählen wollte; und mein Aufbauschema – das bei den wenigen Freunden, denen ich es versuchsweise skizzierte, auf sofortige und uneingeschränkte Ablehnung stieß – halte ich im gegebenen Fall noch immer für gerechtfertigt. Mir scheint in der Tat, dass, während einer Erzählung von komplexen und weltgewandten Menschen, die der Romancier von einem bloßen Betrachter erraten und deuten lässt, ein Anstrich von Künstlichkeit anhaftet, ein solcher Nachteil nicht entstehen muss, wenn der Betrachter weltgewandt und die von ihm gedeuteten Menschen einfach sind. Ist er imstande, sie ganz und gar zu durchschauen, so geschieht der Wahrscheinlichkeit keine Gewalt, wenn man ihm gestattet, dieses Vermögen auszuüben; es ist natürlich genug, dass er als mitfühlender Vermittler zwischen seinen rudimentären Gestalten und den komplizierteren Geistern auftritt, denen er sie vorzustellen versucht. Doch all dies ist selbstverständlich und bedarf der Erklärung nur für jene, die Erzählkunst nie als eine Kunst der Komposition betrachtet haben.

The real merit of my construction seems to me to lie in a minor detail. I had to find means to bring my tragedy, in a way at once natural and picturemaking, to the knowledge of its narrator. I might have sat him down before a village gossip who would have poured out the whole affair to him in a breath, but in doing this I should have been false to two essential elements of my picture: first, the deeprooted reticence and inarticulateness of the people I was trying to draw, and secondly the effect of “roundness” (in the plastic sense) produced by letting their case be seen through eyes as different as those of Harmon Gow and Mrs. Ned Hale. Each of my chroniclers contributes to the narrative just so much as he or she is capable of understanding of what, to them, is a complicated and mysterious case; and only the narrator of the tale has scope enough to see it all, to resolve it back into simplicity, and to put it in its rightful place among his larger categories.

Das eigentliche Verdienst meines Aufbaus scheint mir in einem kleinen Detail zu liegen. Ich musste einen Weg finden, um meine Tragödie auf eine zugleich natürliche und bildhafte Weise zur Kenntnis ihres Erzählers zu bringen. Ich hätte ihn vor ein Dorfklatschmaul setzen können, der ihm die ganze Angelegenheit in einem Atemzug ausgeschüttet hätte, doch damit wäre ich zwei wesentlichen Elementen meines Bildes untreu geworden: erstens der tief verwurzelten Verschlossenheit und Wortkargheit der Menschen, die ich zu zeichnen versuchte, und zweitens der Wirkung der „Rundung“ (im plastischen Sinne), die dadurch entsteht, dass man ihren Fall durch so verschiedene Augen wie die von Harmon Gow und Mrs. Ned Hale betrachten lässt. Jeder meiner Chronisten trägt zur Erzählung nur so viel bei, wie er oder sie von dem, was für sie ein verwickelter und rätselhafter Fall ist, zu verstehen vermag; und nur der Erzähler der Geschichte hat genügend Weitblick, um das Ganze zu erfassen, es wieder in Einfachheit aufzulösen und es an seinen rechtmäßigen Platz innerhalb seiner größeren Kategorien zu stellen.

Die vollständige Ausgabe enthält den ungekürzten Text in beiden Layouts (Side-by-Side und Absatz) als EPUB und PDF.