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The Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde — Robert Louis Stevenson
Mittelstufe~96 Seiten

The Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde

von Robert Louis Stevenson

Ein angesehener Arzt und ein monströser Fremder teilen ein grauenvolles Geheimnis, in Stevensons Klassiker über das gespaltene Ich. Diese zweisprachige Ausgabe von "The Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde" von Robert Louis Stevenson nutzt unser Side-by-Side-Lesekonzept und macht anspruchsvolle Literatur für Sprachlernende deutlich zugänglicher. Du liest im Original und kannst die Übersetzung jederzeit direkt daneben vergleichen, ohne den Lesefluss zu verlieren.

Leseprobe

"Mr. Utterson the lawyer was a man of a rugged countenance that was never lighted by a smile."

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Der Anfang von „The Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde“ mit Absatz für Absatz ausgerichteter Übersetzung — genau so liest sich die vollständige Ausgabe.

Übersetzung:

No doubt the feat was easy to Mr. Utterson; for he was undemonstrative at the best, and even his friendship seemed to be founded in a similar catholicity of good-nature. It is the mark of a modest man to accept his friendly circle ready-made from the hands of opportunity; and that was the lawyer’s way. His friends were those of his own blood or those whom he had known the longest; his affections, like ivy, were the growth of time, they implied no aptness in the object. Hence, no doubt the bond that united him to Mr. Richard Enfield, his distant kinsman, the well-known man about town. It was a nut to crack for many, what these two could see in each other, or what subject they could find in common. It was reported by those who encountered them in their Sunday walks, that they said nothing, looked singularly dull and would hail with obvious relief the appearance of a friend. For all that, the two men put the greatest store by these excursions, counted them the chief jewel of each week, and not only set aside occasions of pleasure, but even resisted the calls of business, that they might enjoy them uninterrupted.

Zweifellos fiel Mr. Utterson dieses Kunststück leicht; denn er war bestenfalls zurückhaltend, und selbst seine Freundschaft schien auf einer ähnlich allumfassenden Gutmütigkeit zu beruhen. Es ist das Kennzeichen eines bescheidenen Mannes, seinen Freundeskreis fertig aus den Händen des Zufalls entgegenzunehmen; und das war die Art des Anwalts. Seine Freunde waren entweder seine Blutsverwandten oder jene, die er am längsten kannte; seine Zuneigungen wuchsen, wie der Efeu, mit der Zeit, ohne dass sie eine besondere Eignung des Gegenstandes voraussetzten. Daher rührte zweifellos auch das Band, das ihn mit Mr. Richard Enfield verband, seinem entfernten Verwandten, dem wohlbekannten Mann von Welt. Für viele war es eine harte Nuss zu knacken, was diese beiden aneinander finden oder welches gemeinsame Thema sie haben mochten. Wer ihnen bei ihren Sonntagsspaziergängen begegnete, berichtete, sie sprächen kein Wort, sähen auffallend gelangweilt aus und begrüßten das Auftauchen eines Bekannten mit offenkundiger Erleichterung. Trotz alledem legten die beiden Männer größten Wert auf diese Ausflüge, hielten sie für das kostbarste Juwel jeder Woche, und nicht nur schoben sie andere Vergnügungen beiseite, sondern widerstanden sogar den Anforderungen des Geschäfts, um sie ungestört genießen zu können.

It chanced on one of these rambles that their way led them down a by-street in a busy quarter of London. The street was small and what is called quiet, but it drove a thriving trade on the weekdays. The inhabitants were all doing well, it seemed, and all emulously hoping to do better still, and laying out the surplus of their gains in coquetry; so that the shop fronts stood along that thoroughfare with an air of invitation, like rows of smiling saleswomen. Even on Sunday, when it veiled its more florid charms and lay comparatively empty of passage, the street shone out in contrast to its dingy neighbourhood, like a fire in a forest; and with its freshly painted shutters, well-polished brasses, and general cleanliness and gaiety of note, instantly caught and pleased the eye of the passenger.

Es fügte sich bei einem dieser Streifzüge, dass ihr Weg sie durch eine Seitenstraße in einem belebten Viertel Londons führte. Die Straße war klein und, wie man sagt, ruhig, doch trieb sie an den Wochentagen ein blühendes Geschäft. Die Bewohner schienen alle wohlhabend zu sein und alle in eifrigem Wetteifer zu hoffen, noch wohlhabender zu werden, und legten den Überschuss ihrer Gewinne in Putz und Zierrat an; so dass die Ladenfronten entlang dieser Straße mit einer einladenden Miene dastanden, wie Reihen lächelnder Verkäuferinnen. Selbst sonntags, wenn sie ihre üppigeren Reize verhüllte und vergleichsweise menschenleer dalag, leuchtete die Straße im Gegensatz zu ihrer schmuddeligen Nachbarschaft hervor, wie ein Feuer im Wald; und mit ihren frisch gestrichenen Fensterläden, ihrem blank polierten Messing und ihrer allgemeinen Sauberkeit und heiteren Ausstrahlung fesselte und erfreute sie sogleich das Auge des Vorübergehenden.

Two doors from one corner, on the left hand going east the line was broken by the entry of a court; and just at that point a certain sinister block of building thrust forward its gable on the street. It was two storeys high; showed no window, nothing but a door on the lower storey and a blind forehead of discoloured wall on the upper; and bore in every feature, the marks of prolonged and sordid negligence. The door, which was equipped with neither bell nor knocker, was blistered and distained. Tramps slouched into the recess and struck matches on the panels; children kept shop upon the steps; the schoolboy had tried his knife on the mouldings; and for close on a generation, no one had appeared to drive away these random visitors or to repair their ravages.

Zwei Türen von einer Ecke entfernt, auf der linken Seite in östlicher Richtung, wurde die Häuserzeile durch die Einfahrt zu einem Hof unterbrochen; und gerade an dieser Stelle schob ein gewisser unheilvoller Gebäudeblock seinen Giebel zur Straße vor. Er war zwei Stockwerke hoch; zeigte kein Fenster, nichts als eine Tür im unteren Stockwerk und eine blinde Stirn aus verfärbter Mauer im oberen; und trug in jedem Zug die Spuren langjähriger, schmutziger Vernachlässigung. Die Tür, weder mit Klingel noch mit Klopfer versehen, war blasig und fleckig. Landstreicher lungerten in der Nische und rieben ihre Streichhölzer an den Füllungen; Kinder spielten Kaufmannsladen auf den Stufen; ein Schuljunge hatte sein Messer an den Zierleisten erprobt; und seit nahezu einer Generation war niemand erschienen, um diese zufälligen Besucher zu vertreiben oder ihre Verwüstungen auszubessern.

Mr. Enfield and the lawyer were on the other side of the by-street; but when they came abreast of the entry, the former lifted up his cane and pointed.

Mr. Enfield und der Anwalt befanden sich auf der anderen Seite der Nebenstraße; doch als sie auf die Höhe der Einfahrt kamen, hob Ersterer seinen Spazierstock und deutete darauf.

“Did you ever remark that door?” he asked; and when his companion had replied in the affirmative, “It is connected in my mind,” added he, “with a very odd story.”

»Ist Ihnen diese Tür je aufgefallen?«, fragte er; und als sein Begleiter dies bejaht hatte, fügte er hinzu: »In meiner Erinnerung ist sie mit einer sehr seltsamen Geschichte verknüpft.«

“Indeed?” said Mr. Utterson, with a slight change of voice, “and what was that?”

»Tatsächlich?«, sagte Mr. Utterson mit leicht veränderter Stimme, »und welche war das?«

“I see you feel as I do,” said Mr. Enfield. “Yes, it’s a bad story. For my man was a fellow that nobody could have to do with, a really damnable man; and the person that drew the cheque is the very pink of the proprieties, celebrated too, and (what makes it worse) one of your fellows who do what they call good. Blackmail, I suppose; an honest man paying through the nose for some of the capers of his youth. Black Mail House is what I call the place with the door, in consequence. Though even that, you know, is far from explaining all,” he added, and with the words fell into a vein of musing.

»Ich sehe, Sie empfinden wie ich«, sagte Mr. Enfield. »Ja, es ist eine üble Geschichte. Denn mein Mann war ein Kerl, mit dem niemand etwas zu tun haben wollte, ein wahrhaft verabscheuungswürdiger Mensch; und die Person, die den Scheck ausgestellt hat, ist der Inbegriff der Anständigkeit, obendrein angesehen, und (was es noch schlimmer macht) einer von der Sorte Leute, die tun, was man Gutes nennt. Erpressung, nehme ich an; ein ehrenwerter Mann, der teuer für einige Jugendstreiche bezahlt. Erpresserhaus nenne ich den Ort mit der Tür daher. Obwohl selbst das, wissen Sie, bei weitem nicht alles erklärt«, fügte er hinzu, und mit diesen Worten verfiel er in Grübeln.

From this he was recalled by Mr. Utterson asking rather suddenly: “And you don’t know if the drawer of the cheque lives there?”

Aus diesem Sinnen wurde er von Mr. Uttersons ziemlich unvermittelter Frage zurückgeholt: »Und Sie wissen nicht, ob der Aussteller des Schecks dort wohnt?«

“A likely place, isn’t it?” returned Mr. Enfield. “But I happen to have noticed his address; he lives in some square or other.”

„Ein wahrscheinlicher Ort, nicht wahr?“ erwiderte Mr. Enfield. „Aber ich habe zufällig seine Adresse bemerkt; er wohnt in irgendeinem Square.“

“And you never asked about the—place with the door?” said Mr. Utterson.

„Und Sie haben nie nach dem – dem Haus mit der Tür gefragt?“ sagte Mr. Utterson.

“No, sir; I had a delicacy,” was the reply. “I feel very strongly about putting questions; it partakes too much of the style of the day of judgment. You start a question, and it’s like starting a stone. You sit quietly on the top of a hill; and away the stone goes, starting others; and presently some bland old bird (the last you would have thought of) is knocked on the head in his own back garden and the family have to change their name. No sir, I make it a rule of mine: the more it looks like Queer Street, the less I ask.”

„Nein, Sir; ich hatte Bedenken“, war die Antwort. „Ich empfinde sehr stark, was das Stellen von Fragen angeht; es hat zu viel vom Stil des Jüngsten Gerichts an sich. Man stellt eine Frage, und es ist, als stieße man einen Stein los. Man sitzt ruhig oben auf einem Hügel; und fort rollt der Stein, andere lostretend; und alsbald wird irgendein sanfter alter Vogel (der Letzte, an den man gedacht hätte) im eigenen Hintergarten am Kopf getroffen, und die Familie muss ihren Namen wechseln. Nein, Sir, ich mache es mir zur Regel: je zwielichtiger es aussieht, desto weniger frage ich.“

“But I have studied the place for myself,” continued Mr. Enfield. “It seems scarcely a house. There is no other door, and nobody goes in or out of that one but, once in a great while, the gentleman of my adventure. There are three windows looking on the court on the first floor; none below; the windows are always shut but they’re clean. And then there is a chimney which is generally smoking; so somebody must live there. And yet it’s not so sure; for the buildings are so packed together about the court, that it’s hard to say where one ends and another begins.”

„Aber ich habe mir den Ort selbst genauer angesehen“, fuhr Mr. Enfield fort. „Es scheint kaum ein Haus zu sein. Es gibt keine andere Tür, und niemand geht dort hinein oder heraus, außer, alle heilige Zeit einmal, dem Herrn aus meinem Abenteuer. Im ersten Stock gibt es drei Fenster, die auf den Hof hinausgehen; keine im Erdgeschoss; die Fenster sind stets geschlossen, aber sie sind sauber. Und dann gibt es einen Schornstein, der meist raucht; also muss jemand dort wohnen. Und doch ist es nicht ganz sicher; denn die Gebäude um den Hof herum sind so dicht zusammengedrängt, dass es schwer zu sagen ist, wo eines endet und das andere beginnt.“

Die vollständige Ausgabe enthält den ungekürzten Text in beiden Layouts (Side-by-Side und Absatz) als EPUB und PDF.